Abwasserentsorgung

In der Landeshauptstadt Schwerin leben etwa 95.000 Einwohner. Jeder von ihnen gebraucht täglich Wasser: zum Trinken, Kochen oder Wäsche waschen, für die Toilettenspülung, beim Duschen, Baden, Zähne putzen oder zum Reinigen der Wohnung. Im Durchschnitt nutzt jeder Schweriner 95 Liter Wasser am Tag. Das entspricht einer Wassermenge von etwa einer gefüllten Badewanne.

Wo Wasser genutzt wird, wird es auch schmutzig. Damit dieses Abwasser gereinigt und wieder dem Wasserkreislauf zugeführt werden kann, gibt es die Kläranlage Schwerin Süd. Aus allen Teilen der Stadt fließt das schmutzige Wasser über das Kanalnetz, Pumpwerke und Druckrohrleitungen zur Kläranlage. Das Schweriner Kanalnetz ist über 650 Kilometer lang. Würde man diese Strecke mit dem Auto zurücklegen, müsste man von Schwerin bis nach Frankfurt am Main fahren.


Kläranlage Schwerin Süd

Die Kläranlage Schwerin Süd zählt zu den modernsten im Land. Mit einer Ausbaugröße von
200.000 Einwohnerwerten wird hier nicht nur das Abwasser der Landeshauptstadt, sondern auch das Abwasser aus einer Vielzahl von Umlandgemeinden aus dem Zweckverband Schweriner Umland aufbereitet. Bei der Aufbereitung durchläuft das Abwasser mehrere Stationen, wobei an verschiedenen Stellen unterschiedlichste Stoffe entnommen werden.

Ziel der Kläranlage ist natürlich in erster Linie, sauberes Wasser zu produzieren; andererseits geht es aber auch darum, die entnommenen Stoffe ökologisch sinnvoll und für die Schweriner kostengünstig weiter zu verwerten oder - wenn nötig - zu entsorgen.

Wertvolle Reststoffe wiederverwerten

Das Rechengut wird gründlich gewaschen und danach entsorgt. Der im Abwasser enthaltene Sand wird durch spezielle Aufbereitungsmaschinen von organischer Verschmutzung gereinigt. Große Steine, Holz und anderes werden entfernt und fachgerecht entsorgt.

Ein wertvoller Reststoff bei der Abwasserreinigung ist der Schlamm. Dieser Schlamm - er besteht zum größten Teil aus organischen Substanzen - wird zur Energiegewinnung genutzt und anschließend als hochwertiger Dünger der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. Jährlich werden ca. 10.000 Tonnen Schlamm auf der Kläranlage behandelt.

Strom aus Methangas

In den Faultürmen wird der Schlamm unter Luftabschluss auf etwa 37 Grad Celsius erwärmt. Dabei entsteht sehr gut brennbares Methangas. Um dieses Gas effektiv nutzen zu können, hat die SAE 2003 auf der Kläranlage Schwerin ein Blockheizkraftwerk (BHKW) gebaut, um Strom und Wärme zu erzeugen. Pro Jahr werden durch dieses Modul circa 2.000 Megawattstunden (MWh) Elektroenergie zur Verfügung gestellt.


Durch die eigene Stromerzeugung konnte der Strombezug um mehr als 40 Prozent gesenkt werden. Noch besser sieht die Bilanz bei der Wärmeenergie aus. Die erzeugte Wärmeenergie reicht aus, um den Bedarf der Kläranlage zu decken.